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Hofinger&Menschick

Lichtmaschinenrestauration einer SV
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Restauration einer Lichtmaschine für eine Puch SV mit Milles-Regler

Ich möchte euch anhand von Fotos zeigen, wie ich eine Lichtmaschine restauriere. Vielleicht hilft es manchen, vielleicht wissen es manche auch besser; bin für Tipps auch dankbar. Die Lichtmaschinen, die ich kenne, sind alle galvanisch verzinkt. Ich bohre alle Nieten auf und zerlege sie komplett, anschließend wird alles neu verzinkt, vernickelt und vergoldet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf diesem Bild sieht man den Ausgangszustand den Regler habe ich schon abgeschraubt. Ich kann euch nur empfehlen wenn ihr elektrotechnisch nicht so versiert seid (so wie ich) macht viele Fotos oder einen genauen Verdrahtungsplan. Der nächste Schritt ist dann das Abschrauben der Polschuhe. Da der Abstand zwischen Polschuhen und Anker sehr gering ist (ich habe ca. 0.5mm gemessen) ist es wichtig, die Polschuhe zu körnen und auch am Lima-Gehäuse entsprechende Körnermarkierungen zu machen, damit sie wieder an dieselbe Position kommen.

 

 

 

 

 

So sah die Wicklung aus die Stoffisolierung war komplett zerbröselt. Nachdem ich noch eine Rolle Stoffband für solche Zwecke besitze, habe ich alle Wicklungen damit neu überwickelt und anschließend mit einem transparenten Lackspray richtig dick eingesprüht. Früher wurde so etwas in einen Tauchlack gegeben, aber es funktioniert auch so.

 

 

 

 

 

 

 

 

Das ist das Stoffband sieht doch aus wie neu -finde ich. Ein Problem sind auch die Pertinax-Teile, also jene braunen Teile unter den Messinghaltern für die Kohlen. Diese gehen meistens kaputt beim Aufbohren der Nieten, speziell die kleinen Scheiben, welche die Nieten gegen das Gehäuse isolieren. Ist aber kein großes Unglück - ich mache mir aus Abfällen von Elektronikprintplatten (sind meist glasfaserverstärkte Epoxidharzplatten, ein Duroplast, daher auch temperaturbeständig). Man bekommt so etwas bei Elektronikbastlern (Freunde, Bekannte die selber Printplatten ätzen), sie sollten aber eine Dicke von 1,5mm nicht übersteigen. Wenn nicht, kann man sich auch im Elektronikladen eine beschichtete kaufen, man muss dann das Kupfer mit Eisen-3-Chlorid abätzen. Man kann dieses Material sehr leicht mit Laubsäge und Feilen bearbeiten. Die Messinghalter für die Kohlebürsten habe ich vernickelt und dann vergoldet.

 

 

 

 

 

 

Als Nächstes wurde dann das Lima-Gehäuse in einer Salzsäurebeize vom alten Zink befreitund glasperlgestrahlt

 

 

 

 

 

 

 

 

Anschließend wird das Lima-Gehäuse neu galvanisch verzinkt und die Trägerplatte für den Unterbrecher vernickelt (dem Originalzustand entsprechend). Zink ist der beste Korrosionsschutz, den man auf galvanischen Weg aufbringen kann, aber es ist natürlich nicht so schön wie Chrom

 

 

 

 

 

 

 

 

 Ich habe auch das Isolierpapier zwischen Polschuhen und Wicklungen neu gestanzt. Es sollten je nach Dicke zwei Stück pro Spule reichen. Das Resultat wird aber erst sichtbar, wenn man die Spulen befestigt, sie müssen fest sitzen. Wenn man dann alle Einzelteile zusammen hat, kann man mit dem Vernieten beginnen. Das ist der schönste Teil der Arbeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich beginne mit dem Aufnieten der Kohlebürstenhalter, dem Kontaktträger für den Unterbrecher und dem Schmierfilz (ich empfehle die Verwendung eines neuen Schmierfilzes).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann wird die Anschlussplatte (die Kontakte wurden bereits vergoldet) aufgenietet - somit ist die Nietarbeit fertig.

 

 

 

 

 

 

 

Wie man auf dem Bild sehen kann, habe ich auch bereits den Unterbrecher montiert. Ich verwende ausschließlich neue Schrauben aus Nirosta, obwohl das nicht originalgetreu ist, aber es entstehen keine Rostprobleme. Anschließend wird der Reglerschalter montiert, wobei man den Abstandhaltern große Aufmerksamkeit schenken sollte, um einen Kurzschluss zu verhindern. Jene habe ich aus Aluminium neu angefertigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Noch ein paar Worte zum MILLES -Regler: Der Regler ist generell sehr einfach aufgebaut, man muss nur wissen, dass sich die Schaltankerplatte über der Regelankerplatte befindet. Die Abstände sind laut Bild einzustellen, wobei man beachten muss, dass der Abstand zwischen Schalt- und Regelankerplatte bei geschlossener Schaltankerplatte zu messen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Ankerplatte des Schalters lässt sich von oben durch Verbiegen der schmalen Messingzunge einstellen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einstellen der Einschaltspannung: Diese wird mit der Zackenmutter verstellt. Um sie zu ändern, löst man zuerst die Kontermutter. Die Schlitzschraube muss dabei festgehalten werden. Die Feder wird niedergedrückt bis sich die Zackenmutter drehen lässt. Dabei darf die Schlitzschraube nicht versehentlich mitgedreht werden. Sie muss zum Wiederanziehen der Kontermutter festgehalten werden. Man verändert dadurch den Druck auf die Feder, die für die Schaltankerplatte zuständig ist. Einstellen der Reglerspannung: Diese wird mit der Wurmschraube verstellt. Die Reglerspannung soll 7,6 7,8V bei 2200U/min betragen. Durch Hineinschrauben der Stellschraube wird die Lichtmaschinenspannung vergrößert. Abschließend folgt die Montage der Polschuhe mit den Spulen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn alles überprüft ist und die Schrauben der Polschuhe fest angezogen sind, werden die Löcher, durch welche die Polschuhe festgeschraubt werden, wieder verschlossen. Ich versuche immer die originalen Stöpsel zu verwenden, aber wenn das nicht funktioniert, gibt es auch bei den Ersatzteilhändlern Gummistoppel dafür.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun braucht die Lichtmaschine nur noch eingebaut zu werden. Möglicherweise ist es notwendig die Reglerspannung einzustellen, aber das kann man erst bei laufendem Motor.

 

Ich hoffe, dass es für euch interessant war. Wenn Fragen aufgetreten sind, oder wenn ich etwas Falsches geschrieben habe, bitte schreibt mir unter christian.neustifter@tele2.at


 

 

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